Führung anders erleben: Dirigieren & Führen

Neulich in Heidelberg. Auf einem Workshop über Leadership 2.0., Aufbruch zu neuen Ufern in Sachen Führung, diskutieren 60 Führungskräfte eines Unternehmens über die Zukunft der Führung. Ihrer Führung. In Ihrem Unternehmen. Inspiriert von (provokativen) Vorträgen, angereichert mit World-Café-Elementen.

Als langjähriger Berater des Unternehmens moderiere ich den Workshop. Konzept und Struktur sind mit der internen PE entwickelt und abgesprochen. Nur einen Teil habe ich nicht eingebracht. Den letzten. ‚Dirigieren und Führen‘ nennt er sich. Im Briefing-Gespräch mit dem Dirigenten verspüre ich das erste Mal eine wachsende Neugier und Spannung. Frage mich, wie die eher ‚bodenständige‘ Führungs-Ausrichtung des Dirigierens mit visionären Führungs-Elementen à la Leadership 2.0 einhergeht. Und bin gespannt.

Der Workshop läuft ’nach Plan‘. Gute Energien, neugierige Fragen, interessante Diskussionen. Impulse von Leadership 2.0 werden aufgegriffen, integriert, in Frage gestellt. Und doch schweifen meine Gedanken immer wieder zum Abendprogramm ab. ‚Dirigieren und Führen‘. 17 Uhr. Der Countdown läuft, wir wechseln den Raum. 100 Stühle, eher dicht an dicht. 40 für die Musiker (‚grau‘), 60 für die Teilnehmer (‚grün‘). Einige grüne mitten in den grauen. Und dann geht’s los.

Was hier passiert, lässt sich in Worten kaum beschreiben. Es entsteht eine dichte Atmosphäre, in der Lehren, Lernen, Trainieren, Erfahren, Hören eins werden. Lachen und Betroffensein gleichermaßen erlebbar sind. In der einige Führungskräfte des Unternehmens die Chance erhalten, den Dirigentenstock in die Hand zu nehmen, Führung ‚live‘ zu zeigen, und das wohl direkteste Feedback ihres Lebens erfahren. Am Ende lang anhaltender, begeisterter Beifall. Lektionen, Erfahrungen, Erlebnisse, die nicht nur für die ‚Dirigenten-Leader‘ unvergesslich sind.

Wieder einmal erlebe ich, wie emotionales Erleben, integriert werden in Erfahrungen, teil haben lassen, selber tun, … mehr Effekte haben als 1000 Vorträge hintereinander. Und wenn sie noch so bewegend sein mögen. Wieder einmal siegt das Selbst Tun über das Zuschauen. Und die ungarischen Tänze, die Prof. Schulz und einige Manager so spannend inszeniert und dirigiert haben, geistern mir heute noch als Melodie durch den Kopf.

Ein Kommentar

Hinterlasse eine Antwort