Montags könnt´ich kotzen.

 

Der Mensch macht den Unterschied? In Zeiten immer ähnlicher werdender Produkte und Dienstleistungen scheint da was dran zu sein. Doch was bewegt Mitarbeiter?

Als das Gallup Institut im März diesen Jahres den Engagement-Index 2012 vorstellt, hat sich der Anteil der Mitarbeiter, die keine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber haben weiter erhöht. Insgesamt haben 85% der Mitarbeiter eine geringe oder keine emotionale Bindung an ihre Arbeitsgeber. Die Konsequenzen der fehlenden Identifikation von Mitarbeitern mit ihren Unternehmen sind tiefgreifend.

Schleichender Motivationsverlust. Fehlende Begeisterung. Stillstand. Aus die Maus.

Das kennen Sie alles schon und fragen sich, wieso Sie jetzt trotzdem weiterlesen sollen? Bevor Sie neue Antworten bekommen, braucht es ein bißchen Theorie. Halten Sie durch und Sie werden überrascht sein.

Wo waren wir?

Von 100 MA sind nur 15 emotional an den Arbeitgeber gebunden. Nehmen wir einmal an, Sie haben heute noch ein Meeting mit 14 TN. Glückwunsch! Dann sind auf jeden Fall 2 an Bord, die engagiert und mit Herzblut dabei sind. Da Sie wahrscheinlich dazu gehören, bleiben noch 13, die eigentlich nur Geld hier verdienen und Dienst nach Vorschrift machen. Diese 13 sind ganz zufrieden hier, brennen allerdings nicht, oder nicht mehr. Und wieso ist das so?

Hier versucht die Motivationstheorie Antworten zu geben:

  • 1959 stellte Frederich Herzberg erstmals seine 2 Faktoren-Theorie der Motivation in seinem Buch „The Motivation for Work“ vor und beeinflusste wie kein anderer die Entwicklung der Motivationstheorie im Management.
  • 1991 sorgt Reinhard Sprenger für Schlagzeilen mit seinem Bestseller „Mythos Motivation“. Kaum ein Manager kommt an der bestechenden These vorbei, dass Menschen nicht zu motivieren sind.
  • 2013 gibt es auf Amazon 6.104 Buchtitel unter den Begriff „Motivation“.

Das Thema scheint also im Management noch immer der Renner zu sein.

Okay, was haben wir seid den 50ziger Jahren gelernt? Intrinistische Motivation ist nachhaltiger und wirkt tiefer. Motiviere Dich selbst und alles ist gut.

Und hier stellt sich, für eine Managertrainerin wie mich, nun die Frage: Was ist dann die Aufgabe guter Führung? Und wozu brauchen wir überhaupt Führungskräfte?

Der Neurowissenschaft zu folgen hilft!

Fakt ist:

  • Die Grundlage von Motivation ist die Lust auf Etwas und das Streben nach Etwas, genauso wie das Vermeiden von Unlust und Schmerz.
  • Diese Grundmotive sind genetisch und soziologisch erworben und bei jedem Menschen auf einzigartige Weise kombiniert.
  • Antreiber ist das Belohungssystem des limbisches Systems im Gehirns, das durch die Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin reguliert, was wir angenehm oder weniger angenehm empfinden.
  • Das emotionale Erfahrungsgedächtnis kategorisiert automatisch über die Nervenbahnen, ob ein Reiz als gut, vorteilhaft und lustvoll eingestuft oder als schmerzhaft erinnert wird. Das wiederum beeinflusst direkt die anschließende innere Haltung.
  • Die innere Haltung führt zur sichtbaren Handlung.

Steven Reiss hat durch seine Forschung die individuellen Motivkombinationen zu 16 Lebensmotiven verdichtet. Sehr eindrücklich und nachvollziehbar.

Genug der Theorie! Wenn Sie bis hier durchgehalten haben, gibt es jetzt Antworten für Sie.

Liebe Führungskräfte, um erfolgreich Menschen zu bewegen, können Ihnen folgende Dinge helfen:

  • Erkennen Sie im 1. Schritt, was Ihre eigenen Antreiber sind.
  • Lernen Sie Ihre Mitarbeiter wirklich kennen. Und ich meine hier explizit, lernen Sie den Menschen hinter der Funktion kennen. Denn nur so kann Ihnen gelingen, die Antreiber jedes Einzelnen zu entdecken.
  • Gestalten Sie Ihren Führungstil absolut individuell und motivorientiert, um möglichst häufig für Dopaminduschen zu sorgen.
  • Machen Sie sich klar, dass es darum geht Ihren Mitarbeitern Lust auf etwas zu machen. Positive Emotionen gefragt sind. So berühren Sie die innere Haltung.
  • Führen über Macht, Druck und Angst, führt nur zu Anspassungslernen. Sobald der äußere Druck weg ist, wird das gewünschte Verhalten verschwinden.
  • Entdecken Sie die begeisternde Seite von sich selbst und trainieren Sie diese täglich im Kontakt mit anderen.

Also lautet meine Frage heute an Sie: Führen Sie noch oder bewegen Sie schon?

Nadine Teichgräber

P.S. Für alle Fussballinteressierten: Auch Jürgen Klopp ist ein Verfechter des motivorientierten Führens.

 

 

 

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