Es leben die Alten – Zurück zur Vergangenheit?

Lesen Sie mal den Kommentar des Erfolgstrainers Magath über Jürgen Klinsmann (Stern 25/09). Macht irgendwie nachdenklich. Im ‚Original-Stern‘ (Papierform) steht’s noch klarer: Sehnsucht nach dem starken Mann. Auch wenn Sie sich nicht für Fußball interessieren, so fällt doch auf: Magath, Heynckes, van Gaal, Meyer – alles Trainer mit Erfahrung, z.T. re-aktiviert trotz Pensionierung. „Sie sollen Orientierung geben, die Jungdynamiker wie Jürgen Klinsmann nicht bieten konnten“ (Stern 21/2009, S. 138).

Nun lernen wir im Leadership ja vom Fußball. Nicht nur, dass wir mittlerweile das Wort ‚Coach‘ lieben, und mit Coaching fast eine Art Führungsstil beschreiben. Doch ist das eine Aussicht für die Zukunft? Nur noch Erfahrung? Autoritärer Führungsstil? Dickköpfige Schleifer? Distanz zu den Spielern?

OK. Wir versuchen’s mal. Und stellen uns vor: Der Bereichsleiter kommt, höflich erheben sich die Angestellten von ihren Sitzen, als er am Büro vorbeigeht. Die Arbeitszeiten werden jetzt auch offiziell auf 10 Stunden am Tag verlängert. Wer nicht pariert, fliegt. Einbeziehung ist ein Fremdwort, Ansage ist in. Das System ist klassisch, Neuerungen sind nicht erwünscht.

Puh.

Bin ich froh, dass wir immerhin noch einen Jürgen Klopp in der Liga haben, ziemlich erfolgreich immerhin. Der Neuerungen wagt. Der das Reiss-Profile zur Analyse von Spielerpersönlichkeiten einsetzt und nicht für eine Technik bei der Papier-Abfall-Vernichtung hält. Drücken wir ihm also die Daumen. Damit wir ‚Jungen‘ uns auch weiterhin trauen auf den Change zu setzen.