Ohne Fleiß kein Preis – ‚Positive Thinking‘ allein reicht nicht

In den letzten Jahren hat sich ein Glaubenssatz breitgemacht, der mittlerweile fast als Allgemeingut von Managern angesehen werden kann: ‚Positives Denken führt zum Erfolg.‘ Sicher, wir sind über die Chaka-Chaka-Psychologie von Mr. Motivation mittlerweile hinweg – so einfach funktioniert die Welt nicht, oder? Dennoch hält sich die These hartnäckig, dass der Glaube an den eigenen Erfolg tatsächlich genau dahin führt. Und schon die Vorstellung daran glücklich macht.

Interessant, dass die Psychologie hier Neues zu berichten hat (Prof. Dr. Gabriele Öttingen, Universität Hamburg). Differenzierteres, um genau zu sein. Nach einem Artikel der FAZ (24.1.09, leider online nicht kostenfrei verfügbar) hat zum einen der Faktor ‚Eigene Motivation‘ größeren Einfluss. Zum anderen spielt die ‚Erfolgs-/MIsserfolgsorientierung‘ von Managern eine Rolle:

  • Positives Denken zu eigenen Zielen wirkt dann, wenn ich selbst in hohem Maße eigenmotiviert bin. Weniger Motivierte gelangen nur zu einem unrealistischen Optimismus, der sie beim Verfolgen der Ziele nachlässig macht.
  • Menschen mit Angst vor Misserfolg verstärken durch positive Ziel-Phantasien ihre Angst, es nicht zu schaffen. Sinnvoller ist hier das Durchspielen von ‚worst-case-Szenarien‘.

Die alte Boris-Becker-Maxime ‚Das Match wird zwischen den Ohren gewonnen‘ passt also nur in Verbindung mit hoher Eigenmotivation und Disziplin, einem gesunden Glauben an den eigenen Erfolg sowie einem vorbeugenden Training von ‚was wäre wenn …‘ bei misserfolgs-orientierten Mitarbeitern.

Haben wir doch aber eigentlich schon gewusst, oder? Fassen wir die Erkenntnisse zum Schluss mit einigen Sprichwörtern zusammen:

  • Ohne Fleiß kein Preis.
  • Frisch gewagt ist halb gewonnen.
  • Träume sind Schäume.
  • Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
  • Übung macht den Meister.
  • Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Und was lernen Sie als engagierter Leadershipper daraus?