Vom Nehmen-Können

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Prolog:
Ein wundervolles Essen. Das sechste in dieser Woche. Immer im selben Restaurant auf der Insel. Der Insel der Erholung.

Die Geschichte:
Ein wundervolles Essen. Und als der Chef das zweite Mal an unseren Tisch kommt, läuft unser Herz über. Nachdem unsere Genusssucht so wundervoll gestillt wurde. Und wir erzählen ihm, wie wir sein Essen und sein Restaurant genießen. Schon zum wiederholten Mal.

Ein wundervolles Essen. Und als wir es ihm sagen, reagiert er nicht. Auch nicht, als wir ergänzen, dass sein Restaurant für uns das beste auf der Insel ist. Sagt nix. Wünscht uns noch einen schönen Abend.

1 Tag später. Ein letztes wundervolles Essen für uns vor unserer Rückreise. Wir erzählen unserem Lieblingskellner von seinem Chef. Und davon, wie schwer es ihm gefallen ist zu nehmen. Für all das was er uns gegeben hat. ‚Irgendwie‘ erfährt der Chef davon. Und kommt zu uns an den Tisch. Wir stoßen an. Diesmal hat er es genommen. Und wir waren glücklich, dass wir etwas zurückgeben konnten von der Atmosphäre, dem Essen, unserem Genuß und den schönen Stunden hier.

Epilog:
Wie schwer es ist zu nehmen. Oder? Mir fällt ein, dass ich oft ähnlich reagiere, wenn Menschen mich für etwas anerkennen. Besonders wenn es für mich nichts Besonders war, einfach ’normal‘. Und was dann beim Anderen passiert, wenn ich nicht nehme. Das ‚Danke‘ nicht nehme. Es ist dann einfach nicht rund. Das Glück ist erst dann vollkommen, wenn das Danke ankommt.
Wann haben Sie eine Anerkennung, eine Wertschätzung das letzte Mal einfach genommen?

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