Von der Entschleunigung.

 Neulich, in der Toskana, Urlaubsanfang:
Wir sitzen in einem typischen kleinen Restaurant in einem Bergdorf. Freundlichst hereingebeten und zum Platz geführt. Es ist nicht viel los. Die Karte erhalten wir nach 10 Minuten, die Aufnahme der Bestellung nochmal 10 Minuten später. Nach fast einer halben Stunde sind dann auch die Getränke da, der Wein etwas später … Wie schwer es mir fällt ruhig zu bleiben. nicht die ganze Zeit darüber nachzudenken, wie die Abläufe hier optimiert werden könnten … (nach 6 Monaten ohne Urlaub und mit maximierter Zeiteffizienz).

Neulich, in der Toskana, Urlaubsende:
Wieder ein Restaurant, fast derselbe Ablauf. Ich habe gelernt, das Warten in Wahrnehmen und Reden umzuwandeln, nicht mehr als ‚warten‘ anzusehen. Freue mich über meinen kleinen Fortschritt in Sachen Entschleunigung und Begegnungsfähigkeit.

Denke an den Alltag, meine Gespräche mit Führungskräften: Optimierter und effizienter Tagesablauf allenthalben. Meetings mit Mitarbeitern im Halb-Stunden-Takt. Und immer wieder die Sehnsucht nach wirklicher Begegnung und Zeit. Bei den Mitarbeitern UND Führungskräften.

Leadership at its best beinhaltet ja eine neue Form von Beziehungsfähigkeit. Versteht es, Menschen auf Wege einzuladen, die sie alleine vielleicht nicht gegangen wären. Leadership braucht Entschleunigung, braucht Begegnungsraum, braucht Zeit.

Wie wär’s mit etwas Toskana-Feeling im nächsten Jourfix? 10 Minuten mehr für Begegnungs- und Beziehungsraum? – Doch Vorsicht, vielleicht geht es Ihnen wie mir beim 1. Mal: Irgendwie ungewohnt, fast unangenehm, könnte doch auch alles viel schneller sein …

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