Leadership by Obama

 

OK, alle Welt bloggt gerade über Obama. Schwierig dann gegen den Strom zu schwimmen. Doch mainstream muss ja nicht immer verkehrt sein, oder?

Auch mit dem Fokus Leadership finde ich das Verhalten Obamas außerordentlich. Und das in seinen ersten Tagen als Präsident. Lassen Sie uns die Fakten mal zusammentragen. HIer sind die ersten 10 wahrnehmbaren Leadership-Leitsätze Obamas für das ‚Unternehmen USA‘:

(1) Gebe einer Vision von der Zukunft deines Unternehmens Raum
(Rede zur Vereidigung).
(2) Binde alle Interessensgruppen in den großen Zukunftsentwurf ein.

(825 MIlliarden-Dollar-Konjunkturpaket).
(3) Setze den Glauben an den Erfolg über alles

(‚Yes we can‘).
(4) Besinne dich wieder auf Werte zur Grundlage deines Handelns
(aus der Antrittsrede: „… das gottgegebene Versprechen, dass alle Menschen gleich sind, frei sind – und ein Recht darauf haben, ihr Glück zu versuchen.“ … „Was wir nun brauchen, ist eine Rückkehr zu dieser Wahrhaftigkeit“).
(5) Sei bereit Fehler der Vergangenheit einzugestehen. Verändere sie. Handle sofort.

(Guantanomo / Kurswechsel in der Abtreibungspolitik).
(6) Mache den ehemaligen Gegner zu einem der wichtigsten Mitarbeiter

(Hillary Clinton).
(7) Hole dir ausgesprochene Fachleute und erfahrene Mitstreiter an Bord

(z.B. den Nahost-Sonderbeauftragten George Mitchell).
(8) Binde alle Mitarbeiter des Unternehmens in den Veränderungsprozess ein

(aus der Antrittsrede: „Unser Leistungsvermögen ist ungebrochen. Aber die Zeit, da wir individuelle Interessen geschützt und schwierige Entscheidungen aufgeschoben haben – diese Zeit ist vorbei. Mit dem heutigen Tag stehen wir wieder auf. Wir klopfen uns den Staub aus den Kleidern und machen uns daran, Amerika aufs Neue zu erbauen.“).
(9) Jede Regel dient einer Sache. Unnütze Regeln müssen verändert werden
(Erster Präsident mit persönlicher ‚Blackberry-Erlaubnis‘).
(10) Für neue große Ziele brauchst du neue ungewöhnliche Wege.
(Wochenbericht aus dem Weißen Haus auch im Internet).

Wir sind gespannt auf weitere Leadership-Leitsätze, Mr. President.

(Fortsetzung folgt.)

Ein Steinbock blickt zurück

 

Ein eher persönlicher Beitrag.

Ups. Schon wieder ein Jahr vorbei. Klar, bald ist 2008 zuende. Ich denke aber an mein Jahr. Heute ist mein Geburtstag. Zeit für eine Bilanz. Als MBTI-Test-Verwender (wer des Englischen mächtig ist, kann ihn hier machen – Stichwort: Personality Type Assessment) und ausgeprägter T-Typ fallen mir natürlich zuerst einige Zahlen ein:
– 366 Tage gab es in diesem meinem Lebensjahr, davon 129 Arbeitstage mit Teilnehmern, und davon 51 in englischer Sprache
– 129 Arbeitstage mit Teilnehmern, davon 42 in Förderprogrammen, 32 in Workshops, 15 mit Development oder Assessment Centern, 14 in Großgruppen, 14 in Teamentwicklungen, 12 in Coachings
– 17 Tage „gemachte“ Weiterbildung und 12 Tage abgesagte (‚zuviel Arbeit‘)

Privat gab es
– 7 Wochen Urlaub, davon 3 mit meinen Kindern
– 40 weitere Tage ‚freie Zeit‘ mit meinen Kindern
– 2 Hochzeiten, davon 1 eigene

T-Typ hin oder her: Was bleibt sind nicht die Zahlen. Was bleibt sind die (erinnerten) Emotionen. Und besonders die mit ‚dem (kleinen) Glück in mir‘: Die Umarmung bei einem Wiedersehen mit meinen Jungs nach 4 Wochen. Ihre und meine Freude. Das Wagnis nochmal ‚Ja‘ zu sagen. Der Sturm bei unserem Spaziergang zum Ostende von Langeoog. Innerhalb von 3 Minuten völlig durchnässt sein. Mein tiefes Glück als ich mein Eheversprechen singe (und meine Frau nicht davonläuft). Der Quarkkuchen im Café Namenlos in Ahrenshoop nach einer Wanderung an der Ostseeküste im Februar. Der Geruch von frischen Trüffeln auf den Spaghetti in unseren Flitterwochen. Der erste Heiligabend seit 20 Jahren mit meinen Eltern. Die Ankunft meiner Frau nach einer Woche Allein-Urlaub mit meinen Kindern. Dass der Weihnachtsbaum in den Ständer gepasst hat. Und so vieles mehr …

– Eine halbe Stunde später, nachdem ich mich von der Flut der Erinnerungen wieder erholt habe –

In einem spannenden Artikel in der SZ Wissen Januar/Februar 2009 – der leider nicht online verfügbar ist – beschreiben die Autoren, dass und wie wir selbst Einfluss nehmen können auf das (wahrgenommene) Tempo unseres Lebens. Und auch das Gefühl beeinflussen können, die Zeit renne uns davon. In unserem Gehirn finden wir Belege für ‚das subjektive Erleben‘, nicht für ‚objektive Zeit‘. Und so kommt uns unser Jahr in der Erinnerung länger vor, wenn es voller Erlebnisse war. An die wir uns umso besser erinnern, je emotionaler sie waren. Wenn wir also von Weihnachten überrascht werden (wie, schon wieder?) sind weniger Ereignisse des Jahres im Gedächtnis geblieben. Was übrigens in alternden Gesellschaften häufiger vorkommen soll. Wegen der zunehmenden Verschlechterung des Speicherprozesses ins Langzeitgedächtnis bei steigendem Alter. Und wegen dem möglicherweise abnehmenden Reiz des Neuen, emotional Aufregenden mit zunehmender Lebenserfahrung.

Hoppla – wie hatte ich diesen Beitrag noch begonnen? ‚Schon wieder ein Jahr vorbei‘. Zeit den Tatsachen ins Auge zu sehen. ‚Zunehmende Lebenserfahrung‘ also als Ursache für zu schnell empfundene Zeit. Schöner Begriff. (Fast so schön wie best-ager oder silversurfer.)

Für mich war es das Jahr der Entscheidung. Das entscheidende Ja. Es fiel am 5. Juli.

Und wir werden es jährlich feiern. Immer wieder anders. Das sollte ausreichen, um mir das Jahr langsamer erscheinen zu lassen.

Management by …. – Variante 374a

Vor kurzen las ich einen Blog zum neuesten ‚Management by …‘-Stil. OK, dachte ich, Variante 374a. Und dann habe ich ihn doch angeklickt, den ‚Management by Blog‘ und folgendes gelesen:

„Nicht wenige Manager – so scheint es zumindest – betreiben sogar eine Art “Management by Blog”. Ein Beispiel dafür ist etwa Jonathan Schwartz, der CEO von Sun. Fast möchte man meinen, nicht er ist das Gesicht von Sun, sondern sein Blog. Wenn jemand wissen möchte, wie Sun tickt oder an was dort gerade gearbeitet wird, ist Jonathans Blog die erste Anlaufstelle.“

Man stelle sich einmal vor, der Chairman der BASF, Jürgen Hambrecht, würde bloggen. Das wäre nicht nur ‚Mangement by blog‘, sondern ‚leadership at it’s best‘. (Aber immerhin finden wir ihn bei youtube

Oder noch besser: Der so distanzierte IT-Chef des Mittelständlers um die Ecke, von dem die Mitarbeiter noch nicht einmal das Alter genau wissen, würde bloggen. Über sich. Neue Entwicklungen, Trends. Zeigen wie er denkt. Worüber er sich Gedanken macht. Was auf die Mitarbeiter zukommt.

Ungeahnte Möglichkeiten. Vielleicht auch Risiken. Auf jeden Fall Herausforderungen. Vielleicht würden die Mitarbeiter auch wieder wissen, warum sie mit diesem Chef arbeiten. Und diesem Unternehmen. Ich jedenfalls würde mich wohlfühlen mit so einem, der zeigt, wie er tickt.