Leadership-Erfolg für alle: Führen wie Kloppo

 

Vor 3 Jahren haben ich schon mal über Jürgen Klopp, den jetzigen Trainer vom FC Liverpool geschrieben. Über einen, der sich auf das motivorientierte Führen versteht. Heute treibt er mich mal wieder um. Weil er – prägnant und prägend wie kaum ein Anderer – Leadership in Reinkultur betreibt. Und wir Leader so viel von ihm lernen können.

Gefunden habe ich seine Thesen in einem spannenden Artikel. 

Mittel, die er vor allem einsetzt, sind lange Gespräche, in denen Jürgen Klopp alles über seine ‚Mitarbeiter‘ erfahren möchte, ihre Angst, ihre Hoffnungen, ihre Träume.

Cog icon Übersetzen wir seine Thesen und Einstellungen doch mal in unfussballerische Leadership-Regeln, als Einstellung für sich und die Mitarbeiter:

  1. Leadership braucht deine Leidenschaft. Jeden Tag. Für dich. Und für deine Mitarbeiter.
  2. Resultate brauchen deinen Willen.
  3. ‚Walk the talk‘: Immer schön authentisch bleiben. Mogelpackungen und ‚Impression-Manager‘ haben wir schon genug.
  4. Lebe das vor, was du von Anderen verlangst.
  5. Mache Herausforderungen aus Problemen (was die Psychologen ‚reframing‘ nennen).
  6. Schwöre dein Team auf deine Werte ein. Und sorge für ihr Commitment.
  7. Führe und motiviere individuell: Schau, was den Einzelnen ausmacht. Und sprich das an.
  8. Stecke erreichbare Ziele. Der nächste Schritt ist immer der wichtigste.
  9. Positiv rangehen: Fördere Stärken, anstatt Schwächen zu kritisieren.
  10. Bleib gelassen, wenn’s mal nicht läuft. Die nächste Chance zu gewinnen kommt schon bald.

Und, kommt Ihnen davon was bekannt vor? Oder leben Sie etwa schon voll danach?

 

In eigener Sache: Wir trau’n uns …

 

Ja, wir trau’n uns wieder. Das nun schon zum dritten Mal:

  • Das erste Mal im Juli 2008. Offiziell, mit Versprechen und Ring. Bis dass der Tod uns scheidet.
  • Das zweite Mal im Herbst 2008. Als wir uns darauf eingelassen haben, dass ein kleines Wesen unsere Welt bereichern könnte. (Was unsere Tochter Lene seit September 2009 auch macht – inkl. aller Herausforderungen :-).)
  • Und nun zum dritten Mal: Mai 2013 – Nadine Teichgräber wird Mitgesellschafter. TEICHGRÄBER besteht dann aus 2 Geschäftsführern, verbunden mit Herz und Kopf, mit Ring und Kind, mit Wort und Tat – an einem Ort, mit einer Firma. Unserer Firma.

Was werd‘ ich gewinnen? Etwas dass ich schon seit dem Zeitpunkt spüre und sehe, seit dem wir es endgültig entschieden haben:

  • Für mich: Eine neue Ausrichtung, kraftvolle Energie, Aufbruch in die Zukunft.
  • Durch Nadine: 15 Jahre Führungs- und Lebenserfahrung aus dem Einzelhandel, Fokus auf den Kunden, Kraft zum Kämpfen, kreative Ideen, weite Visionen,  Beziehungskraft und Verbindungskompetenz, unerschütterlichen Optimismus, ganz viel Lebensfreude, und nicht zuletzt die weibliche Sicht der Dinge.
  • Für uns: Gemeinsamkeiten auch im Beruf. Lebenszeit miteinander. Freude, Breite und Tiefe. Aufträge vernetzt und im Austausch bearbeiten. Kaffee miteinander trinken und reden. Auch tagsüber. Eine ganz andere Gestaltung und Verbindung von Tun und Lassen, von Privat und Beruf.

Was ist die Herausforderung?

  • Zwei sehr ähnliche Reiss-Profile. Mit hohen gemeinsamen Ausprägungen in Macht, Ziel- und Zweckorientierung und Rache/Wettkampf. Die wir dann vielleicht beim Leben unseres hohen Essensmotivs wieder ins Lot bringen können.
  • Die eine, die gewohnt ist zu führen und zu delegieren, mit dem Anderen, der gewohnt ist allein zu entscheiden und einfach zu machen, auch beruflich zu einem Team zu entwickeln.
  • Ganz einfach: Vom 2 x ICH zum WIR zu kommen. Mit zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten, Erfahrungshintergründen und Lebensgeschichten …

Alles ist vorbereitet und wartet auf die Zukunft. Das größere Büro schon vor 4 Wochen bezogen. Das neue Namensschild bestellt, die Visitenkarten gedruckt. Noch ist der gegenüberliegende Schreibtisch verwaist. Noch 14 Tage darf ich meinen Schreibtisch (UND den anderen) zum Arbeiten benutzen, zumüllen … Noch 14 Tage für mich allein entscheiden. Dann kommst Du.

Der Countdown läuft. Ich freu mich auf Dich, Nadine. Sehr.

 

Er kanns – auch mit Distanz! Oder: Einfach loslassen ….

Management by distance. Nette Idee. Aber gar nicht so weit weg von der Realität. Wissen wir doch schon lange, dass nicht der Manager die besten Ergebnisse erzielt, der alles selbst macht, seinen Mitarbeitern dauernd im Nacken steht (auch wenn ‚eng am Team dran‘ ebenfalls Effekte bewirkt, wie wir wissen – siehe last-minute-team).

So findet die FAZ in einem Kommentar ‚Lernen vom Löwkäfig: Chefs hinter Glas‘:

„Der Vaterfigur entrissen, beaufsichtigt von nur notwürftig geschulten Hilfskräften, riss sich die Rasselbande richtig am Riemen. (…) So entpuppte sich die vermeintliche Strafe als betriebspsychologische Wohltat, die allen das gab, was sie offensichtlich am dringendsten brauchten: dem Boss etwas Abstand und den Mitarbeitern Freiraum.“

Da gibt nichts hinzuzufügen, finde ich. Na ja. Jedenfalls nur wenig, was zu dieser wohltuenden Distanz noch dazu gehört:

+ das Vertrauen in die Kompetenz der Mitarbeiter …
+ der Glaube daran, dass auch andere Menschen Sachen gut machen….
+ ein wenig Absage an den eigenen Perfektionismus …
+ und die Überverantwortlichkeit
+ loslassen, dass die Mitarbeiter es doch auf ihre Art tun (und nicht auf meine) …
+ und Einsperren meines kleinen Kontrollteufelchens …
+ …..

Lassen wir es lieber. Los. OK. Loslassen. Ohne Wenn und Aber. Und wer noch nicht loslassen kann, mag vielleicht eine kleine Zen-Geschichte zum Loslassen lesen … Und dann erst Loslassen.